Was ist mit den Urheberrechten…
Im Zusammenhang mit Musik ist im Moment viel zu lesen über Urheberrechte. Spiegel Online erwähnt eine Plattform namens Qtrax über die in Zukunft gratis Musik von den 4 grössten Musikproduzenten (Sony, Warner Music, EMI und Universal) heruntergeladen werden kann. Die Betreiber der Plattform sind dran, mit diesen 4 Produzenten Verträge auszuhandeln. Leider scheinen sie nichts von Verträgen mit Qtrax zu wissen. Für Dienstleistungsunternehmen ist es das wichtigste, der erste Anbieter zu sein, weil er dadurch noch Grössenvorteile hat. Für die, die folgen, bleibt in der Regel nur ein Ausfüllen von Nischen übrig, weil die meisten Kunden schon weg sind. Darum wohl die überstürzte Ankündigung der Betreiber.
Eine etwas weniger grosse Musik-Download-Plattform ist SpiralFrog, bei der heute schon gratis Musik heruntergeladen werden kann. Leider kann man sie nur benutzen, wenn man sich aus den USA oder Kanada einloggt. SpiralFrog bezahlt die Musikproduzenten über Werbeeinnahmen. Die werden dadurch generiert, dass beim Downloaden der Musik Webseiten aufpoppen, auf denen die wartenden Kunden browsen sollen, d.h. SpiralFrog verkauft sog. ‘ads’ also Werbepositionen. Gratismusik, die über Werbung finanziert wird, scheint das Mittel der Zukunft zu sein in diesem Bereich.
Ein anderer Bereich, der mich diesbezüglich interessiert, sind die virtuellen Ideen-Plattformen, wo Wissenschaftler Lösungen für Firmen raus tüfteln und Geld verdienen damit. Offenbar wird mit den Urheberrechten so verfahren, dass Unternehmen entweder das Recht am geistigen Eigentum einer Erfindung erwerben, oder einfach eine Lizenz zu deren Verwendung. Für die Wissenschaftler ist das vermutlich nebst dem Verdienst ein wichtiger Punkt am ganzen Geschäft, denn falls sie sich einen Namen schaffen wollen, müssen sie ihre Erfindungen irgendwie auch veröffentlichen können.
Eine interessante Möglichkeit, Urheberrechte differenziert zu vergeben entwickelte die Non-Profit-Organisation Creative Commons. Zwischen den beiden Extremen ‘Alle Rechte reserviert’ und nicht veröffentlichen von geistigem Eigentum haben sie 6 verschiedene Standards entwickelt, die ein Urheber nach Gutdünken vergeben kann und ihm so viel mehr Freiheit lässt. Im Zeitalter der Massenkooperation ist die restriktive Handhabung mit Urheberrechten für viele nicht Schutz, sondern Hindernis, weil nicht an einem Produkt weiterentwickelt werden kann.
Beim Urheberrecht geht es letztlich darum, eine kreative Arbeit zu monetarisieren. Mit dem Internet und vor allem mit dem Aufkommen der Breitbankkommunikation ist es nicht mehr möglich, die Verteilung im Audiovideo-Bereich mit einer Gebühr zu belegen. Die Androhung von Strafen ist im Anbetracht der Dimensionen, von denen man ausgehen kann, lächerlich.
Verfasst 1 year, 7 months agoDer Mark und damit sind die Medienkonzerne gemeint, werden sich der Herausforderung mit kreativen Ansätzen stellen müssen, nicht zuletzt wegen der globalen Mundpropaganda, bei der man mit Bedacht auf einen guten Ruf achtet. Gegen den Willen der Communities zu handeln, kann heute schon leicht bedeuten, sich überflüssig zu machen.
Gefragt sind also neue Geschäftsmodelle, etwa das eines rundum den Künstler vermarktenden Dienstleisters. Schlussendlich wird nur noch zu Kasse gebeten, wenn geistiges Eigentum kommerziell genutzt wird und bis das soweit ist, wird heftig vermarktet. Dazu kommen noch weitere, lukrative Bereiche, wie der Verkauf von Mobiltelefonen und Mobile Music, Musik für Spiele usf. Die Musikindustrie verändert sich, aber auch daraus lässt sich gewiss das grosse Geschäft machen.