Wikinomics



Die Ideagora

Eine weitere, im Buch von Don Tapscott und A. Williams beschriebene Möglichkeit, Ideen von Ausserhalb in das Unternehmen reinzubringen sind Ideagoras. Das Wort ist ein Zusammenzug aus Idea und Agorà. Agorà ist das griechische Wort für Versammlungsplatz, Marktplatz. Gemeint sind virtuelle Ideen-Pools, in denen WissenschaftlerInnen und Fachleute aus diversen Bereichen registriert sind und gegen Bezahlung Ideen und Problemlösungen entwickeln. Auf der anderen Seite stehen Firmen, die ihre Forschungs – und Entwicklungsprobleme anonym posten können. Ein Beispiel für eine Ideagora ist InnoCentive, ein Ideen-Pool, der 2001 gegründet wurde und ca. 90′000 registrierte Wissenschaftler aus aller Welt und allen möglichen naturwissenschaftlichen Fachgebieten verzeichnet. Unabhängig von der firmeneigenen F+E-Abteilung kaufen Firmen auf diesem Weg externes Fachwissen und Innovation ein, wodurch sie schneller mit neuen Produkten auf den Markt gehen können. Zusätzlich sparen sie sich die Personalkosten für gut bezahlte Wissenschaftler. Auch dieses Geschäftsmodell zeigt wieder: Es ist nicht mehr das Ziel von Unternehmen, möglichst alle genialen Köpfe in der eigenen Firma anzustellen. Aber nicht nur einzelne Forscher, sondern auch Unternehmungen können auf solchen Marktplätzen ihre Innovationen an andere Firmen verkaufen. Das Recht am geistigen Eigentum erwirbt die Firma entweder zusammen mit der Lösung des Problems oder es werden Lizenzverträge vereinbart.

Eine weitere Art von Ideagora sind Online-Plattformen, auf denen Unternehmen Lizenzen für ihre ungenutzten patentierten Erfindungen anbieten können. Viele grosse Firmen wie Procter & Gamble, Boeing und IBM etc. sitzen auf tausenden von Patenten für Erfindungen, die von ihren F+E-Abteilungen registriert wurden, aber nicht genutzt werden, z.B. aus Kostengründen oder weil sie nicht zur Marke oder Firmenstrategie passen. Diese Innovationen verschwinden häufig in irgendeiner Schublade und generieren keine Gewinne. Yet2.com (gegründet 1999), ist ein Online-Markt, der dieses Problem erkannte. Im Gegensatz zu den komplexen Patentdatenbanken, die keine Informationen über die Bereitschaft einer Unternehmung, andere an ihrer Erfindung partizipieren zu lassen enthält, stellt Yet2.com eine Plattform zur Verfügung, auf der sich Anbieter von Lizenzen und Käufer einfach treffen können. Solche Online-Marktplätze sind eine gute Möglichkeit für Unternehmen, einerseits ihre ungenutzten Patente anzubieten und Einnahmen durch Lizenzgebühren zu erzielen, sowie fertige Lösungen zu finden und Entwicklungskosten einzusparen. IBM ist ein Unternehmen, das seine Patente so weitergibt und pro Jahr über eine Milliarde Dollar an Lizenzgebühren einnimmt.

Quellenangaben unter: citeulike


Kommentare

  1. Rolf Marugg sagt:

    Hallo

    Wenn du nichts dagegen hast, könnten wir unsere Wikinomics Blogs verlinken?

    Gruss von der Vollzeit in Chur

    Rolf

    Verfasst 1 year, 8 months ago


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